Die Ausweitung des Niedriglohnsektors - Lohndumping-Sumpf in der Leiharbeitsbranche austrocknen

Die Realeinkommen von Geringverdienern sind seit 1995 um fast 14 Prozent gesunken.

//www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28601/1.html

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Die Ausweitung des Niedriglohnsektors: Die Realeinkommen von Geringverdienern sind seit 1995 um fast 14 Prozent gesunken

„Als Deutschland in den 90er Jahren begann, intensiver über den Ausbau des sogenannten Niedriglohnsektors nachzudenken, waren die entsprechenden Voraussetzungen bereits geschaffen. 13 bis 14 Prozent aller Beschäftigten arbeiteten auch in den Wachstumszeiten der alten Bundesrepublik unter Bedingungen, die sie von der allgemeinen Einkommens- und Wohlstandsentwicklung abkoppeln mussten. Allerdings blieb ihr Anteil über viele Jahre vergleichsweise konstant, da sich die Gruppe vorwiegend aus Geringqualifizierten und Teilzeitkräften zusammensetzte und so ein fest umrissenes Segment auf dem deutschen Arbeitsmarkt bildete…“ Artikel von Thorsten Stegemann mit allen wichtigen Links in Telepolis vom 27.08.2008 //www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28601/1.html

Siehe dazu:

IAQ untersucht Umschichtung der Einkommensverteilung: Niedriglöhne immer weniger wert

„Während die Zahl der Niedriglohnbezieher in Deutschland wächst, haben die Niedriglöhne in den letzten elf Jahren preisbereinigt fast 14 Prozent an Wert verloren. Seit 2000 sanken sogar die Nominallöhne, d.h. 2006 hatten Niedriglohnbezieher 4,8 Prozent weniger Stundenlohn in der Tasche als sechs Jahre zuvor. In den oberen Einkommensgruppen legten dagegen die Löhne in diesem Zeitraum nominal über 10 Prozent zu. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen in den WSI-Mitteilungen 08/2008 der Hans-Böckler-Stiftung. Die Einkommensumverteilung hat die untersten Lohngruppen am härtesten getroffen, Reallohnverluste reichen aber bis in die mittleren Einkommensgruppen hinein…“ Pressemitteilung vom 26.08.2008 //www.uni-duisburg-essen.de/de/presse/meldung.php?id=865


Einkommensschere: Löhne stürzen ab

„In keinem anderen europäischen Land sei der Niedriglohnsektor so stark gewachsen wie in Deutschland (..) Wie konnte es so weit kommen? Das deutsche Tarifsystem hat eine große Schwäche, meinen die Forscher: Es gibt keine verbindliche Lohnuntergrenze. Bis zur Vereinigung war das kein Problem, die meisten Betriebe im Westen zahlten Tarifgehälter oder orientierten sich daran. Dann fällt die Mauer, mit einem Schlag schnellt die Arbeitslosenrate in die Höhe. Immer mehr Unternehmen können es sich erlauben, unter Tarif zu zahlen. Die Einkommen rasseln in den Keller, auf unter fünf Euro pro Stunde - Arbeitsmarktexperten aus dem Ausland blicken fassungslos auf Deutschland, denn solche Hungerlöhne sind selbst in Ländern wie Großbritannien unzulässig. Auch die Privatisierung von staatlichen Dienstleistungen wie Post, Nahverkehr und Telekommunikation hat die Einkommen auseinander gedrückt. In Deutschland können beispielsweise private Telefonfirmen geringe Löhne zahlen und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Ex-Staatsunternehmen Telekom verschaffen. In den meisten anderen europäischen Ländern müssen sich neue Anbieter dagegen an allgemein verbindliche Tarifverträge halten, betonen die Forscher. Dies gelte etwa für Schweden, wo die Marktöffnung nicht zu Lohndumping führe, erzählt Bosch. Er nennt es einen "historischen Fehler", dass die deutschen Gewerkschaften nicht rechtzeitig allgemein verbindliche Tarifverträge für deregulierte Branchen verlangt haben. Jetzt habe das Telekom-Management alle Argumente auf seiner Seite, wenn es mit Verweis auf die Wettbewerber Einschnitte fordere….“ Artikel von Eva Roth in der Frankfurter Rundschau vom 25.8.08 //www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1583179&


Niedriglohnanteile und Durchschnittseinkommen nach Wirtschaftszweigen (Deutschland, sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte), 1998 und 2005

Übersicht bei der Frankfurter Rundschau (pdf) //www.fr-online.de/_em_daten/_hermes/2008/08/25/080825_1600_lohnkluftwir.pdf


Lohndifferenz - „mit“ und „ohne“ Tarifvertrag! So viel verdienen die Deutschen - und gewerkschaftliche Schlussfolgerungen

Beitrag von Reinhold Schramm (pdf) //www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/niedrtarif.pdf


Einladung zur Ausbeutung

„Erschreckende Zahlen: Schon ein Fünftel aller Beschäftigten muss heute zu Niedriglöhnen arbeiten. Die Politik hat die soziale Spaltung vorangetrieben. Viele Arbeitgeber haben die Sozialreformen als eine Einladung zur Ausbeutung verstanden. SPD und auch Union müssen ihre Fehler eingestehen und umkehren, damit nicht "der ganze Laden auseinander fliegt"…“ Kommentar von Harald Schumann im Tagesspiegel vom 27.8.2008 //www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite-Loehne-Niedrigloehne-Arbeitsmarkt;art692,2601651

Aus dem Text: „…Diese Entwicklung ist keineswegs nur aus den Zwängen des Markts hervorgegangen. Gewiss, die hohe Arbeitslosigkeit in Folge des Niedergangs der ostdeutschen Industrie hat die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer geschwächt und auf die Löhne gedrückt. Doch mit ihren sogenannten Reformen haben die regierenden Sozialdemokraten, angetrieben von der Union und gestützt durch die Grünen, die soziale Spaltung mit voller Absicht und maximalem Propagandaaufwand vorangetrieben. Die „Ausweitung des Niedriglohnsektors“ war erklärtes Programm, und die Hartz-Reformen haben genau das erreicht. Jede Arbeit, fast egal wie schlecht bezahlt, gilt seitdem als zumutbar. Anders als vielfach behauptet hat dieses Konzept nicht mehr Arbeit geschaffen…“


Arbeitsmarktpolitik: Wie der Staat den Niedriglöhnern helfen kann

„Mit einer geschickten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik können Industriestaaten das Schicksal von Beschäftigten im Niedriglohnsektor spürbar verbessern – das ist die Botschaft eines Forschungsprojektes unter Federführung des Nobelpreisträgers Robert Solow. Die Ergebnisse stellen viele Dogmen der Arbeitsmarkt-Politik in Frage. „Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Geringqualifizierte bedeuten nicht zwangsläufig, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlechter werden“, betonte Solow Ende vergangener Woche auf der Tagung der Ökonomie-Nobelpreisträger in Lindau. Auch moderate gesetzliche Mindestlöhne seien nicht so schlecht wie ihr Image bei liberalen Ökonomen…“ Artikel von Olaf Storbeck im Handelsblatt vom 26.08.2008 //www.handelsblatt.com/politik/wissenswert/wie-der-staat-den-niedrigloehnern-helfen-kann;2027928;0


Aus: LabourNet, 28. August 2008

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Niedriglohnbeschäftigung 2007 weiter gestiegen - zunehmende Bedeutung von Niedrigstlöhnen

„Auf den Punkt ... Die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten in Deutschland lag 2007 um rund 350.000 höher als noch 2006. Unter allen abhängig Beschäftigten lag der Anteil von Niedriglöhnen 2007 bei 21,5% - d.h. mehr als jede/r Fünfte arbeitete für einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle. Der Anteil ist damit trotz der deutlichen Zunahme der Betroffenen im Vergleich zu 2006 nur leicht gestiegen, weil auch die Beschäftigung insgesamt zugenommen hat. Gleichzeitig franst das Lohnspektrum nach unten aus, Stundenlöhne von weniger als 6 € brutto sind längst keine Seltenheit mehr. Die Durchschnittslöhne im Niedriglohnsektor sind inflationsbereinigt gegenüber 1995 nicht gestiegen und in Westdeutschland in den letzten Jahren sogar nominal gesunken…“ Aus der Pressemeldung des IAQ zur Studie von Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf //www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2009/report2009-05.shtml

Siehe auch die Studie von Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf als IAQ-Report 2009-05 (pdf) //www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2009/report2009-05.pdf


Aus: LabourNet, 14. Juli 2009

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28. August 2008

Lohnniveau muss Weckruf sein

Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat August erklärt der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE, Dietmar Bartsch:

Schwächere Konjunktur, aber kein Ende des Jobbooms – so fassen Analysten in der Wirtschaft die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Die Regierung freut sich völlig unverdient. 3,195 Millionen Arbeitslose sind und bleiben ein gesellschaftlicher Skandal. So sehr ich mich über jeden freue, der eine neue Arbeit findet, die Statistik verschleiert völlig die Umstände, unter denen diese Arbeit geleistet wird. Die Studie des WSI aus dieser Woche muss ein Weckruf sein, für diese Regierung. Lohnrückgang um 14 Prozent in letzten Jahren in den einkommensschwachen Schichten, Frauen verdienen 24 Prozent weniger als Männer und Arbeit im Osten ist immer noch weit weniger wert. Die Arbeitslosigkeit ist dort mehr als doppelt so hoch, wie in den westlichen Bundesländern. Der Unterschied zwischen Bayern mit 3,9 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 13,6 Prozent ist alarmierend und beschreibt die Aufgabe für die Politik. Hartz IV zwingt Menschen in niedrigst bezahlte Jobs anzunehmen, Mini-Jobs boomen, Ausgliederungen und Privatisierungswahn drücken Löhne weit unter die Grenze der Existenzsicherung. Ich kann die Bundesregierung nur auffordern, zur Besinnung zu kommen und endlich wieder gezielte, aktive Arbeitsmarktpolitik zu betreiben. Statt um Zehntel-Prozent beim Arbeitslosenbeitrag zu streiten, braucht dieses Land ein Beschäftigungsprogramm, der Osten ein Investitionsprogramm und die Menschen Arbeit von der sie leben können. Deutschland braucht einen gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn von deutlich über 8 Euro.

//www.die-linke.de/presse/presseerklaerungen/detail/artikel/lohnniveau-muss-weckruf-sein/

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27. Oktober 2008

Lohndumping-Sumpf in der Leiharbeitsbranche austrocknen

Die Gewerkschaft ver.di und die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales lassen die Tariffähigkeit der Christlichen Gewerkschaften im Zeitarbeitssektor überprüfen. Der stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst, begrüßt die Bemühungen um eine Bekämpfung de Lohndumpings in der Leiharbeitsbranche:

Der Lohndumping-Sumpf in der Leiharbeitsbranche muss ausgetrocknet werden. Wir haben immer zum Grundsatz „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ gestanden. Jetzt lässt die von der Linken geführte Senatsverwaltung in Berlin praktische Schritte folgen. Die anstehende Entscheidung des Berliner Arbeitsgerichts hat weitreichende Bedeutung. Wenn die CGZP für tarifunfähig erklärt wird, dann haben zehntausende Leiharbeiter Anspruch auf mehr Lohn und mehr Rente. Dann werden die Arbeitgeber die CGZP wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, und der Weg für einen menschenwürdigen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche ist frei. Damit bricht aber auch das ganze von Rot-Grün geschaffene Tarifkonstrukt in der Zeitarbeit zusammen. Es ist ein Skandal, dass mit Gefälligkeitstarifen Löhne ausgehandelt werden können, die die Menschenwürde verletzen. Ich wünsche mir, dass die Gewerkschaft ver.di und Senatorin Knake-Werner mit ihrem Antrag Erfolg haben. Ihr Entschluss, gemeinsam gegen das Lohndumping in der Zeitarbeitsbranche vorzugehen, sollte beispielgebend für andere Länder sein. Die Bundesregierung sollte nicht abwarten sondern handeln. Sie hat es in der Hand, durch eine Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes die Aushöhlung des Grundsatzes "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" zu unterbinden.

//www.die-linke.de/presse/presseerklaerungen/detail/artikel/lohndumping-sumpf-in-der-leiharbeitsbranche-austrocknen/



//freepage.twoday.net/search?q=Niedriglohn
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