Telekom spioniert Verbindungsdaten von Vorstandsmitgliedern und Journalisten aus

„Was der FoeBuD lange prophezeite, war bei der Telekom offenbar längst Praxis. Um herauszufinden, wer im Vorstand der Telekom Journalisten über Konzerndetails informiert, hat der Konzern über ein Jahr hinweg die gespeicherten Verbindungsdaten auf Kontakte zwischen Journalisten und Telekom-Vorstandsmitgliedern geprüft, um „undichte Stellen“ zu finden., meldet Spiegel Online. Mit der Vorratsdatenspeicherung entstehen seit Januar 2008 neue umfangreiche Datensammlungen. „Sind die Daten erst einmal gespeichert, ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet“ erläutert padeluun vom Verein FoeBuD: „Wir haben immer darauf hingewiesen, dass Vorratsdatenspeicherung Begehrlichkeiten weckt. Dieser Vorfall zeigt, dass das keine akademisches Szenario ist, sondern geübte Praxis.“ Datensammlungen in den Händen von Unternehmen sind mindestens genauso problematisch wie beim Staat. Rena Tangens vom FoeBuD fordert daher: „Dieser Vorfall sollte Anlass sein, darüber nachzudenken, die gesetzlich vorgeschriebene Vorratsdatenspeicherung schnellstens abzuschaffen...“ Pressemitteilung von FoeBuD e.V. vom 25.05.2008 //www.foebud.org/datenschutz-buergerrechte/vorratsdatenspeicherung/datenmissbrauch

Siehe dazu:

Schnüffel-Affäre: Telekom soll Manager bespitzelt haben

„Die Deutsche Telekom soll heimlich Telefon- Verbindungsdaten ihrer Manager ausspioniert haben, um undichte Stellen in Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei es 2005 und nach aktuellen Behauptungen auch 2006 zu einer missbräuchlichen Nutzung von Verbindungsdaten gekommen, teilte das Unternehmen am Samstag in Bonn mit und bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Wir haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und werden sie bei ihren Bemühungen um eine lückenlose Aufklärung unterstützen", sagte Telekom-Chef René Obermann laut Mitteilung…“ Agenturmeldung in der Frankfurter Rundschau vom 24.05.2008 //www.fr-online.de/top_news/?sid=d2150bd0740d0a92c68b6969c4edd11b&em_cnt=1339379


Telek(c)om: Überwachungsskandal

Telekom-Aufsichtsrat Schröder fordert schnelle Aufklärung der Spionageaffäre

„Ein ungeheurer Skandal erschüttert die Deutsche Telekom. Die Telefonverbindungen von Aufsichtsräten, Managern und Journalisten sind im Auftrag des Konzerns überwacht worden. Aufsichtsrat Schröder von der Gewerkschaft Ver.di fordert, die Ermittlungen zügig voranzutreiben. (…) In einem Fax der Firma, das vor wenigen Wochen erste interne Ermittlungen bei der Telekom auslöste, heißt es: Ziel der Spähoperationen "Clipper", "Rheingold" und einiger anderer "Nebenprojekte" sei die "Auswertung mehrerer hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren private Kontaktpersonen" gewesen. In das Büro eines Wirtschaftsjournalisten soll sogar ein "Maulwurf eingeschleust" worden sein, der über Monate "direkt an die Konzernsicherheit" der Telekom berichtet habe, hieß es in dem dreiseitigen Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt…“ Artikel im Spiegel vom 24.05.2008 //www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,555206,00.html


Kontrollwahn

„Telekom, Lidl, BND - dreieinig im Geist der Überwachung. Privatfirmen maßen sich an, was selbst dem Staat nur wohldosiert gestattet ist: den Zugriff auf Daten, einfach so. (…) Umso weniger ist es erträglich, wenn die Spitzen von Privatunternehmen sich ein Recht herausnehmen, das in dieser absoluten Form nicht einmal Institutionen des demokratisch verfassten Rechtsstaats haben: einfach mal eben so die Daten von Mitarbeitern auf brauchbare Hinweise für womöglich missliebiges Verhalten zu durchwühlen. Einfach so. Ohne Schranken. Ohne Kontrolle. Wenn der einstige Staatskonzern Telekom derart mit Mitarbeitern umgeht, taucht die Frage auf, was mit Kundendaten geschieht…“ Der Leitartikel von Thomas Kröter in der Frankfurter Rundschau vom 26.05.2008 //www.fr-online.de/top_news/?sid=22de36dbde9228d673c439d69a9dff33&em_cnt=1339660


Aus: LabourNet, 26. Mai 2008

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It's a feature, not a bug

„Die Telekom ließ zwischen 2005 und 2006 mehrere hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze von wichtigen über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren privaten Kontaktpersonen ausforschen. Für die Gegner der Vorratsdatenspeicherung ist die Spionageaffäre eine Steilvorlage. Nachdem sich der erste Rauch verzogen hat und man ungefähr weiß, was geschehen ist, sind drei Lehren zu ziehen: Wo immer es interessante Daten gibt, werden sie auch ausspioniert. Datenmissbrauch is a feature, not a bug. Deshalb wird die Angelegenheit keine nennenswerte Konsequenzen haben und sich auch wiederholen…“ Artikel von Burkhard Schröder auf Telepolis vom 27.05.2008 //www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28007/1.html


Aus: LabourNet, 27. Mai 2008

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27. Mai 2008

Mega-Datenbanken wecken Begehrlichkeiten – Vorratsdatenspeicherung stoppen

Zur Schnüffelaffäre bei der Telekom erklärt Jan Korte, MdB und Mitglied des Parteivorstandes:

Die Telekom-Spitze hat zugesagt, ihre Schnüffel-Affäre schnell und gründlich aufzuklären. Es bleibt zu hoffen, dass diese Aufklärung konsequenter verläuft, als es beispielsweise bei Siemens der Fall war. Unabhängig davon zeigt der Fall, dass große Datenbanken mit sensiblen Daten immer Begehrlichkeiten wecken. Bei den Daten, die durch die Telekom ausgespäht wurden und mit denen Erkenntnisse über das Verhalten von Mitarbeitern gewonnen werden sollen, handelt es sich um die gleichen Daten, wie sie seit Beginn des Jahres mit der Vorratsdatenspeicherung von jedem Bürger und jeder Bürgerin für sechs Monate gespeichert werden müssen. Der Fall Telekom zeigt daher erstens auch, dass niemand Datensicherheit gewährleisten kann. Wenn das schon nicht bei dem Branchenriesen Telekom der Fall ist, dann auch nicht an anderer Stelle. Zweitens führt der Fall die Argumentation der Bundesregierung ad Absurdum, dass mit den Vorratsdaten keine Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation zu ziehen sind. Das Gegenteil ist der Fall, denn sonst wäre es nie zu diesem Missbrauch von Daten gekommen. Drittens ist der aktuelle Fall ein Beleg dafür, dass aufgeblasene Mega-Datenbanken allein durch ihre schiere Existenz ein Risiko darstellen und Missbrauch geradezu provozieren, weil sie Begehrlichkeiten wecken. Ich fordere die Bundesregierung daher auf, vor diesem Hintergrund eine Neubewertung der Risiken zu tätigen, die eine massenhafte Speicherung von Verbindungsdaten auf Vorrat mit sich bringt. Noch besser wäre es, den Unsinn Vorratsdatenspeicherung sofort zu stoppen.

//www.die-linke.de/presse/presseerklaerungen/detail/artikel/mega-datenbanken-wecken-begehrlichkeiten-vorratsdatenspeicherung-stoppen/

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Oppositionspolitiker kritisieren Vorratsdatenspeicherung

Angesichts der Telekom-Affäre machen Politiker der Oppositionsparteien gegen die Vorratsdatenspeicherung mobil. Der ehemalige Bundesinnenminister, Gerhart Baum (FDP), sagte am 2. Juni im Hörfunksender HR-info: "Wir schützen die Telekom-Daten gegen den Staat - und müssen uns fragen, wer schützt uns eigentlich vor den Providern, also unter anderem vor der Telekom." Die Schutzrechte der Bürger müssten durch eine Reform des Datenschutzrechtes verstärkt werden, forderte Baum.

//www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?H=N&Nr=18071



//freepage.twoday.net/search?q=Vorratsdatenspeicherung
//freepage.twoday.net/search?q=Überwachung
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