Schädigung der Volksgesundheit von Politik in Kauf genommen

23.01.2007

Garching: "Gesetze schützen uns nicht!"

"Bürgerwelle"-Vorsitzender Zwerenz: Schädigung der Volksgesundheit von Politik in Kauf genommen

Wald/Alz. Mit umfangreichem Zahlenmaterial und vielen Fakten hat Siegfried Zwerenz, Vorsitzender des Vereins "Bürgerwelle", die kritische Seite des Mobilfunks beleuchtet. Über 100 Zuhörer im Saal des Gasthofes "Zum Bräu" in Wald/Alz wurden dabei in ihren Sorgen und Ängsten bestätigt. Die Initiatoren des Abends wollen mit ihren Aktionen weitere Mobilfunkanlagen in ihrer Gemeinde verhindern.

Garching habe bereits fünf Mobilfunksender, damit sei die Versorgung gewährleistet. Deswegen sei man gegen die Aufstellung zusätzlicher UMTSSender, hieß es auf einer vorbereiteten Unterschriftenliste.

Referent Zwerenz informierte zunächst darüber, dass der Verein "Bürgerwelle" als Dachverband der Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog 1997 gegründet worden war. Damals hatte man erkannt, dass die Inbetriebnahme von Sendeanlagen immer mehr gesundheitliche Probleme bei Tier und vor allem beim Menschen auslöse. "Mobilfunk ist von Seiten der Politik und Industrie gewollt, Argumente dagegen werden unter den Tisch gekehrt, eine regelrechte Manipulationskette liegt hierbei vor", stellte Zwerenz fest.

Er fügte an, dass in der Öffentlichkeit eine einseitige Information durch die Mobilfunkbetreiber, aber auch durch die Strahlenschutzbehörden und die Politik vorherrsche. "Die Interessensverflechtungen sind dabei kaum zu glauben."

Um Menschen vor Gefahren elektromagnetischer Felder zu schützen, habe der Gesetzgeber eine Bundesimmissionsverordnung im Jahr 1997 in Kraft treten lassen. "In dieser sind aber nur thermische, also Wärmewirkungen berücksichtigt, damit soll der Körper vor einer akuten Überwärmung geschützt werden", sagte Zwerenz. Die so genannten athermischen Wirkungen, Merkmale bei geringen Leistungsdichten, die den Körper nicht mehr merklich erwärmen, seien bei der Hochfrequenz aber außer Acht gelassen worden.

Somit seien Wirkungen subakuter und chronischer Art nicht berücksichtigt. "Und genau hier liegt das Problem", stellte Zwerenz fest. Der Körper eines Menschen steuere sich nämlich auch mit geringsten elektromagnetischen Signalen. "Was ist also mit elektromagnetischen Wirkungen etwa aus Sinneszellen, dem Nervensystem oder auf die Gehirnfunktionen?" fragte der Vorsitzende des Vereins "Bürgerwelle". Die meisten Lebewesen könnten zwar eine ganze Weile solchen Wirkungen gegensteuern, " doch nach einer Latenzzeit ist die Gegenregulation des Körpers überfordert".

Hierzu gebe es inzwischen viele wissenschaftliche Studien, die belegten, dass durch Mobilfunk das Kurz- und Langzeitgedächtnis gestört werde. Durchlässig werde die Blut-HirnSchranke, "damit dringen Substanzen in das Gehirn ein, die die Nervenzellen zerstören, die das Blutbild veränderten, das Immun-System werde geschwächt, Erbgutschädigungen träten auf und auch das Krebswachstum werde beschleunigt", so das Szenario von Zwerenz.

Mit vielen wissenschaftlich, niedergelegten Fakten belegte Zwerenz seine Ausführungen. Von Seiten der Politik und der Mobilfunkbetreiber bestehe aber eine Voreingenommenheit gegen die Anerkennung schädlicher Wirkungen, die so weit gehe, dass die vorhandenen wissenschaftlichen Studien, "die diese Wirkungen beweisen, ignoriert werden, und diejenigen, die man benutzt hat, falsch dargestellt, gebraucht und interpretiert werden".

Zwerenz zitierte als Fazit ein Schreiben der Weltgesundheitsorganisation (WHO): "Keine Normungsbehörde hat Expositionsrichtlinien mit dem Ziel erlassen, vor langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen, wie einem möglichen erhöhten Krebsrisiko, zu schützen". Hier gebe die WHO zu, dass es gar nicht das Ziel der Behörden und deren Grenzwerte gewesen sei, einen langfristigen Schutz sicherzustellen. Damit würden alle Betreiber und die Politik widerlegt, die erklärten, die Grenzwerte würden langfristigen Schutz bieten.

Vorgeschlagen worden seien die Grenzwerte von der "ICNIRP". Dieses angeblich unabhängige Gremium sei weder eine UNO- noch eine WHO-Organisation, sondern eine private Organisation. "Somit ist klar, dass unsere Grenzwerte auf den Vorgaben eines 16-köpfigen privaten Clubs beruhen." Unsere Gesetze, so Zwerenz, schützen uns nicht. "Im Gegenteil, sie ermöglichen, dass immer mehr gesundheitsbedrohliche Mobilfunkstationen gebaut werden können", so der Referent.

Bei der heutigen MobilfunkTechnologie werde bewusst eine Schädigung der Volksgesundheit in Kauf genommen. Deshalb müssten die Bürger miteinander dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wieder Geltung verschaffen. Dies gelinge durch Information der breiten Öffentlichkeit und der Entscheidungsträger in Politik, Behörden und Medizin. "Die politischen Mandatsträger werden aufgefordert, die gesundheitswidrigen Rahmenbedingungen zu ändern", stellte Zwerenz unmissverständlich klar. Allein in Deutschland gebe es schon über 15000 Bürgerinitiativen, die sich mit immer mehr Erfolg gegen Sendeanlagen wehren. "Der Verein Bürgerwelle koordiniert diese Aktivitäten." Auf einen Nenner gebracht: "Wissenschaftler warnen mit fundierten Beweisen, Politiker beruhigen dennoch. Dabei gehe es vor allem auch um die Zukunft unserer Kinder.

Mit viel Applaus wurden die Ausführungen von Zwerenz bedacht, eine gewisse Ratlosigkeit auf Grund der besorgniserregenden Zahlen und Fakten sah man den Bürgern aus Garching und Wald regelrecht an. Dies spiegelte sich auch in den Fragen an den Vorsitzenden der "Bürgerwelle" wieder, " doch gut vorbereitet können durchaus auch in Garching weitere Mobilfunk-Sendeanlagen vermieden werden", so sein Grundtenor. Eine Entscheidung über zusätzliche Mobilfunkanlagen in Garching sei im Monat Februar durch die Entscheidungsträger zu erwarten, so Ernst Koths als einer der Initiatoren des Widerstands. Gerade der Garchinger Gemeinderat und Bürgermeister

Noch keine Entscheidung

Wolfgang Reichenwallner seien nun gefordert.

"Wir werden im Februar definitiv keine Entscheidung treffen", sagte Reichenwallner in Bezug auf die beiden UMTSMobilfunkmasten, die Vodafone in Garching und Wald aufstellen will. Laut Reichenwallner führe Vodafone erst im April die Budgetverhandlungen, die darüber entscheiden, ob ein MobilfunkSendemast kommt. Besorgte Bürger haben übrigens eine neue Unterschriftensammlung gestartet, die sich gegen neue Masten in Garching richtet. Mobilfunkgegner können sich hier eintragen, die Listen liegen in den Geschäften in Garching und Wald aus. heck

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