Jeder kann sich schützen

17. März 2006

Geht es um die Wirkungen, die Handys oder Stromleitungen auf die Gesundheit haben, dann ist seine Stimme nicht zu überhören: Gerd Oberfeld.

ALFRED PFEIFFENBERGER

Mit seinem Gutachten, das besagt, dass eine 380 kV-Leitung eine Gefahr für die Gesundheit der Anrainer darstelle, hat der Umweltmediziner des Landes, Gerd Oberfeld, für Aufregung gesorgt. Im SN-Gespräch erzählt er, warum beim Umgang mit Handys und Stromleitung seiner Ansicht nach Vorsicht geboten ist.

Herr Dr. Oberfeld, muss ich beim Interview mein Handy ausschalten? Oberfeld: (lacht): Sicher nicht. Es geht immer darum, wie es eingesetzt wird. Tatsache ist, dass es die höchste Strahlenbelastung gibt, wenn telefoniert wird. Studien haben gezeigt, dass dies Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Also sollte man sein Verhalten darauf einstellen, etwa indem man das Handy nicht wahllos benutzt. Sinnvoll wäre es auch, das Handy nicht direkt am Körper zu tragen.

Wie fühlen Sie sich eigentlich in der Rolle des Gottseibeiuns der Mobilfunk- und Stromfirmen? Oberfeld: Das gehört zu meiner Arbeit. Als Umweltmediziner muss man halt oft auch Sachen sagen, die wirtschaftlichen Interessen widersprechen. Dass die Firmen damit keine Freude haben, ist klar. Aber bereits in der Mittelschule waren es die Fächer wie Physik, Chemie und Biologie, die mich am meisten interessiert haben. So hab' ich lange überlegt, ob ich Medizin oder Meeresbiologie studieren sollte. Jetzt kann ich mich mit aber mit all diesen Themen beschäftigen, weil ich die Wechselwirkungen zwischen Umweltbelastung und Gesundheit untersuchen kann.

Wie stark ist der Druck, der auf Sie ausgeübt wird, wenn Sie großen Unternehmen in die Quere kommen? Oberfeld : Eigentlich hab' ich keine Probleme. Auch weil alle Interventionen, die von Unternehmen kommen, bisher von der Politik nicht an mich weitergegeben wurden.

Und, macht uns die Umweltbelastung eigentlich krank? Oberfeld: Ja, sie kann uns krank machen. Es sind die neuen Belastungen durch Feinstaub, nieder- und hochfrequente Felder, die erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Wir müssen erst lernen, mit dieser neuen Situation umzugehen, uns darauf einzustellen

Was sagen Sie Leuten, die meinen, die Menschen werden ja eh immer älter, also kann alles nicht so schlimm sein? Oberfeld: Zum einen, dass die Auswirkungen dieser Umweltbelastungen erst mit der Zeit bemerkbar sind. Ich bin überzeugt, dass die Generation, die heute etwa mit der verstärkten Strahlenbelastung aufwächst, nicht mehr das Alter ihre Eltern, die davon noch verschont blieben, erreichen wird. Zum anderen dass die Medizin ja enorme Fortschritte gemacht hat. Viele Krankheiten, die früher tödlich waren, können jetzt geheilt werden. Die Frage ist ja, wie gesund wird man alt.

Wie schützen Sie sich eigentlich selbst vor diesen Belastungen, was tun Sie für ihre Gesundheit? Oberfeld: Ich rauche nicht, trinkeselten und wenig Alkohol, versuche mich gesund zu ernähren, also mit viel Obst und wenig Fett. Außerdem trainiere ich im Fitness-Center und fahre, wenn es geht, mit dem Rad in die Arbeit. Und ich schütze mich vor elektromagnetischen Feldern, ob in der Arbeit oder zu Hause.

Wie geht das und wie kommen Nichtexperten zu diesem Wissen? Oberfeld: Wir alle müssen lernenmit dieser Bedrohung umzugehen. Die neuen Techniken können ja nicht mehr abgeschafft werden. Wer etwa eine Nachttischlampe in der Nähe seines Betts hat, setzt sich einem elektrischen Feld aus, auch wenn sie abgeschaltet ist. Hier gibt es geschirmte Lampen oder Netzabkoppler. Man braucht kein kabelloses Internet und muss zu Hause nicht unbedingt schnurlos telefonieren. Konkrete Tipps haben wir in einer Broschüre zusammengefasst, die beim Referat für Umweltmedizin des Landes angefordert werden kann, die Information gibt es auch im Internet ( //www.salzburg.gv.at )

Selbst wenn ich mich persönlich schütze, gegen einen Handymast, der direkt in meine Wohnung strahlt, oder eine 380 kv-Leitung kann ich mich nicht wehren. Oberfeld: Hier ist die Politik gefordert. Handymasten müssen so aufgestellt und betrieben werden, dass die Belastung für die Bürger minimal ist. Für die 380 kV-Leitungen, die derzeit diskutiert werden, gilt das natürlich ebenfalls. Da kommen wir um eine Verkabelung nicht herum, wenn wir den Schutz der Gesundheit ernst nehmen.

© SN.

//www.salzburg.com/sn/06/03/17/artikel/1983821.html

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