Die Entdeckung der "Unterschicht" durch ihre Verursacher

Gesellschaft im Reformprozess. Die Friedrich-Ebert-Stiftung untersucht Reformbereitschaft der Deutschen

„Gesellschaft im Reformprozess“ heißt eine Erhebung der TNS Infratest Sozialforschung Berlin im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, die im Februar/März 2006 rund 3000 wahlberechtigte Deutsche über 18 Jahre zu den gesellschaftlichen Reformen in Deutschland befragte. Aus dieser Erhebung wird eine Studie erarbeitet, die zum Jahresende veröffentlicht werden wird.

Die komplette Erhebung vom Juli 2006 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung
(pdf, 94 Seiten) //www.fes.de/inhalt/Dokumente/061017_Gesellschaft_im_Reformprozess_komplett.pdf

Eine 18seitige Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse bei der SZ (pdf) //www.sueddeutsche.de/imperia/md/content/pdf/deutschland/abgehaengt_auszug.pdf

Die "Unterschicht"-Debatte

Am Rande der Gesellschaft. Studie: Acht Prozent der Bevölkerung gehören zur „Unterschicht“

„Acht Prozent der Deutschen werden in einer Studie einer neuen gesellschaftlichen „Unterschicht“ zugerechnet. In Ostdeutschland zähle sogar jeder fünfte zu dieser Schicht, im Westen seien es vier Prozent, heißt es nach Angaben in einer Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, die sich auf eine Umfrage des Instituts TNS Infratest stützt. Die Wissenschaftler sprechen in der Studie „Gesellschaft im Reformprozeß“ von Menschen, die sich in unsicheren Arbeitsverhältnissen und einer prekären Lebenslage sowie sozialer Lethargie befinden…“ Artikel in der FAZ vom 16. Oktober 2006 //www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~E6AF2EDCE188845A48606DA4E5E32BE58~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Im Vorwort der Untersuchung heisst es: „Erste Teilergebnisse aus den über 450 Tabellen wurden in der Öffentlichkeit mit aktuellen Diskussionen über Armut, neue gesellschaftliche Schichtungen etc. verbunden, obwohl weder in der Studie noch in den ersten Analysen beispielsweise der Begriff „Unterschicht“ benutzt oder gedacht wird. Vielmehr zielte die Befragung darauf, herauszufinden, welche Wertepräferenzen in der Bevölkerung vorliegen und welche Zuordnungen zu „politischen Typen“ diese Präferenzen erlauben…“

Eine – und die aufsehenerregendste – der politischen Typisierungen ist „Abgehängtes Prekariat“: „Das Abgehängte Prekariat (8%) ist geprägt von sozialem Ausschluss und Abstiegserfahrungen. Diese Gruppe hat einen hohen Anteil berufsaktiver Altersgruppen, weist den höchsten Anteil an Arbeitslosen auf und ist zugleich ein stark ostdeutsch und männlich dominierter Typ. Mit der Großen Koalition sind sie in hohem Maße unzufrieden. Nichtwähler sind ebenso überproportional vertreten wie Wähler der Linkspartei und rechtsextremer Parteien.“ Dies gilt übrigens auch für die gewerkschaftliche Mitgliedschaft und dass diese 8% (West: 4%, Ost: 25%) „der Idee des Sozialismus prinzipiell eher positiv gegenüber“ stehen…

Unsere Zitate zum Thema

"Der Begriff Unterschicht ist ein Begriff von lebensfremden Soziologen.
(…) Es gibt keine Ober- und Unterschichten hier“

Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD), zitiert in "Es gibt keine Ober- und Unterschichten" In der SPD ist ein Streit über die Verantwortung für die wachsende Armut in Deutschland entbrannt. Während die Linke Ex-Kanzler Gerhard Schröder für die Entwicklung verantwortlich macht, wollen führende Sozialdemokraten den Begriff Unterschicht wieder loswerden. Dossier in der Financial Times Deutschland vom 16.10.06 //ftd.de/politik/deutschland/122160.html

„Die Grenzziehung zwischen den einzelnen Schichten ist mehr oder weniger beliebig und kann je nach dem Untersuchungszweck eine andere sein.“ Wörterbuch der Soziologie, hrsg. von Wilhelm Bernsdorf, Stuttgart 1969, S. 990


Aus: LabourNet, 17. Oktober 2006

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Wer Ungleichheit reduzieren will, muss ihre Ursachen bekämpfen!

Pressemitteilung vom 25.10.2006 des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) zur aktuellen Debatte um gesellschaftliche Ungleichheit - nebst Hinweis auf eine diesbezügliche Konferenz //www.bdwi.de/show/309200.html


"Abhängiges Prekariat". Lieber unabhängig denken als auf solche Worthülsen der Politiker reinfallen

Kommentar von Konstantin Wecker vom 21.10.2006 //www.hinter-den-schlagzeilen.info/pm/more.php?id=3833_0_1_0_M


Aus: LabourNet, 27. Oktober 2006



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