HANDYNUTZUNGSVERBOT AN ALLEN BAYERISCHEN SCHULEN oder VOM SINN EINES VERBOTS UND VOM UNSINN EINER PARLAMENTSDEBATTE

Auf der Titelseite der Septemberausgabe der Monatszeitschrift "OHA - Zeitung aus dem Pfaffenwinkel" findet sich folgender Leitartikel zum vom Bayerischen Landtag beschlossenen Handynutzungsverbot: (siehe auch //oha.pfaffenwinkel.net )

Im Neuen Schuljahr:

HANDYNUTZUNGSVERBOT AN ALLEN BAYERISCHEN SCHULEN oder VOM SINN EINES VERBOTS UND VOM UNSINN EINER PARLAMENTSDEBATTE

Von Hans Schütz

Seit dem neuen Schuljahr gilt für alle bayerischen Schulen das sogenannte Handynutzungsverbot. Es wurde zusammen mit anderen Änderungen im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen am 19. Juli im Landtag beschlossen. In der entsprechenden Land­tagsdebatte kritisierten Hans Ulrich Pfaff­mann (SPD) und Simone Tolle (Bündnis 90/Die Grünen) das Handynutzungsverbot vehement. Da war unter anderem die Rede von »Hau-drauf-Pädagogik« und von einer »pädagogischen Bankrotterklärung«.

Besonders interessant ist die negative Beurteilung des Handynutzungsverbots durch die bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Immerhin hatte gerade deren Fraktion am 7. Juli im Landtag eine Expertenan­hörung veranstaltet, bei der am Vormittag die gesundheitliche Gefährdung durch Mo­bil­funkstrahlung und am Nachmittag die Problematik mit Handys in Schulen thematisiert wurden. Wer an diesem Landtagshearing teilgenommen hätte, der hätte auf­grund der dort vorgetragenen Fakten wohl ganz anders im Landtag argumentiert. Zum einen wäre es unausweichlich geworden, in der Debatte auch auf die gesundheitlichen Gefährdungen und deren Vermeidung wenigstens in unseren Bildungs­ein­rich­tungen durch entsprechende gesetzliche Maßnahmen einzugehen. Zum anderen wäre klar geworden, dass das Handynut­zungs­verbot aus einer ganzen Reihe von Gründen zu begrüßen ist und dass dessen Umsetzung an Schulen keineswegs so unmöglich ist, wie von der Opposition im Landtag behauptet. Immerhin gibt es ja bereits zahlreiche Schulen – so auch die Hauptschule Peiting – die damit seit Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Nur von den Grünen war bei der Anhörung so gut wie niemand da! (dafür kamen Zuhörer bis aus Berlin und Bremen angereist und der größte Saal im Landtag war brechend voll von Zuhörern – kaum aber Abgeordnete darunter).

Welche Gründe sprechen nun für ein Handynutzungsverbot an Schulen?

Eine ausführliche Darstellung würde den Rahmen eines Artikels bei weitem sprengen, so sollen hier nur stichpunktartige Hinweise erfolgen. Eine ausführliche Darstellung dazu (basierend auf meinem Fachvortrag bei der Anhörung) wird ab Schulbeginn unter anderem auf der Homepage der Umweltinitiative Pfaffenwinkel (info@uip-online.de) zu finden sein, zusammen mit zahlreichen weiteren Infos und Unterrichtshilfen zum Thema Handy und Schule.

Kurzgefasst kann man feststellen, dass Mobilfunkstrahlung nachweislich die Gesundheit schädigt und dass diese Schädigungen bei Kindern und Jugendlichen deutlich schneller und intensiver auftreten als bei Erwachsenen. Die intensive Handynutzung beeinträchtigt auch die kognitiven Leistungen der Nutzer, eine Tatsache, die gerade in Schulen auf besondere Aufmerksamkeit stoßen sollte. Die Art der Nutzung von modernen Handys, vor allem auch im Zusammenspiel mit anderen modernen Kommunikationstechniken, führt darüber hinaus zu einer besonderen Gefährdung der seelischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ebenfalls massiv beeinträchtigt wird durch die immer häufigere und vielseitigere Handynutzung die Entwicklung eines positiven Sozialverhaltens bei den Heranwachsenden, und nicht zuletzt entwickelte sich das Handy in den letzten Jahren zum Verursacher Nummer eins bei der immer häufiger anzutreffenden Verschuldung von Kindern und Jugendlichen.

Selbstverständlich ist ein Handynutzungsverbot nur dann sinnvoll, wenn es durch entsprechende pädagogische Maßnahmen flankiert wird. Die Mobilfunkproblematik muss daher in allen Schulen Schwerpunktthema bei der Medien-, Gesundheits- und Umweltbildung werden. Entsprechende Lehrer­fortbildungen und die Bereitstellung von industrieunabhängigen Lehr- und Lernmitteln sind dazu einzufordern. Der Vorwurf der reinen Verbotspolitik liefe somit ins Leere, und da wo man bereits die entsprechenden Erfahrungen hat, weiß man, dass die Schülerinnen und Schüler und auch die Eltern mit einem inhaltlich begründeten Nutzungsverbot keine Schwierigkeiten haben.

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MOBILFUNK UND SCHULE

Die Probleme mit der derzeit verwendeten Mobilfunktechnik nehmen auch in den Schulen immer deutlicher zu. Da ist einerseits die gesundheitliche Problematik entsprechender kommunikationstechnischer Systeme (Sendeanlagen, Handys, DECT-Telefone, drahtlose Bürokommunikation, Wlan ...) und andererseits haben wir mehr und mehr mit psychologischen, gruppendynamischen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zu tun, deren Ursachen durch die Inhalte und die Nutzungsmethoden der Mobilfunktechnik – oft auch noch kombiniert mit anderen modernen Kommunikationsmitteln - verursacht werden.

Die Schulen kommen um eine objektive und sachliche Behandlung der Mobilfunkthematik in den Bereichen Umweltbildung, Gesundheitserziehung und Medienerziehung somit nicht mehr herum. Ein deutliches Zeichen dafür ist das zu diesem Schuljahr für das Land Bayern vom Landtag beschlossene Handynutzungsverbot an allen Schulen.

Um die pädagogische Arbeit für die Lehrerinnen und Lehrer zu erleichtern, und um der schulischen Lobbyarbeit der Mobilfunkindustrie unabhängiges Informationsmaterial und praktische Handreichungen entgegenhalten zu können, bietet die Umweltinitiative Pfaffenwinkel e. V. auf ihrer Homepage jetzt ganz aktuell eine neue Rubrik mit dem Titel Schule und Mobilfunk an.

Dort finden sich Fachartikel zur Thematik und Unterrichtseinheiten bis hin zu Darstellung eines schulischen Mobilfunkprojekts.

Adresse: //www.uip-online.de


Hans Schütz
Hauptschullehrer und Umweltfachberater
Pressesprecher der UIP

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Handy-Verbot an Schulen
//freepage.twoday.net/stories/1677088/

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